FAQ

FAQ für Elteren

1Was ist Hochbegabung?
Ein Kind oder Jugendlicher wird als „hochbegabt“ bezeichnet, wenn es über deutlich überdurchschnittliche kognitive Fähigkeiten verfügt, die häufig durch einen IQ von 130 oder höher festgestellt werden.
2Was ist die Funktion des CEJHP in Luxemburg?
Das Zentrum für Kinder und Jugendliche mit einer Hochbegabung (CEJHP) hat das Ziel, hochbegabte Schülerinnen und Schüler zu unterstützen, die besondere schulische, sozial-emotionale oder verhaltensbezogene Bedürfnisse haben. Es bietet spezialisierte Diagnosen, Beratung für Eltern und Fachkräfte, spezifische Lernworkshops, Rehabilitations- und Therapiesitzungen sowie spezialisierte ambulante Interventionen in den Schulen der Schülerinnen und Schüler an.
3Wie kann ich wissen, ob mein Kind hochbegabt ist?
Eine Hochbegabungsdiagnose wird von Fachleuten, insbesondere Psychologen, anhand standardisierter Tests durchgeführt.
4Inwiefern berücksichtigt die luxemburgische Schule Hochbegabung?
Das luxemburgische Bildungssystem hat das Ziel, den Schulbesuch für alle Schülerinnen und Schüler zugänglich zu machen, einschließlich der hochbegabten. Um ihren Bedürfnissen gerecht zu werden, können spezifische Unterstützungsmaßnahmen ergriffen werden. Die Lehrkräfte passen ihre Pädagogik und die Lerninhalte an, um die besonderen Bedürfnisse der Schülerin oder des Schülers zu berücksichtigen, und es können angemessene Anpassungen bei den Lern- und Bewertungsmethoden vorgenommen werden. Darüber hinaus ermöglichen gezielte Entwicklungs- und Lernworkshops, schulische Schwierigkeiten auszugleichen oder bestimmte Fähigkeiten gezielt zu fördern. Zusätzliche Unterstützung kann auch direkt im Unterricht durch spezialisierte Fachkräfte erfolgen. In manchen Fällen kann die Schülerin oder der Schüler bestimmte Fächer in einer anderen Klasse besuchen. Außerdem ist eine Beschleunigung des Bildungswegs möglich, zum Beispiel indem ein Zyklus in einem Jahr statt in zwei Jahren abgeschlossen wird. Neben diesen schulischen Maßnahmen kann das CEJHP bei Bedarf spezifische Lernworkshops oder pädagogische, psychologische und/oder psychomotorische Begleitungen anbieten. Das CEJHP kann außerdem spezialisierte ambulante Interventionen direkt in der Klasse der Schülerin oder des Schülers durchführen und dabei eng mit dem pädagogischen Team der Schule zusammenarbeiten.
5An wen kann ich mich wenden, wenn ich denke, dass mein hochbegabtes Kind in der Schule nicht ausreichend unterstützt wird?
Die ersten Ansprechpartner sind die Klassenlehrkraft oder der Klassenlehrer, der das Kind gut kennt und seinen Unterricht anpassen kann, sowie das Unterstützungsteam für Schülerinnen und Schüler mit speziellen Bildungsbedürfnissen (ESEB), das in jeder Region und an jeder weiterführenden Schule präsent ist, die Schülerinnen und Schüler begleitet und Eltern sowie Lehrkräfte berät. Die Inklusionskommission (CI) ist ebenfalls zuständig, indem sie über mögliche Unterstützungsmaßnahmen informiert und in Absprache mit den Eltern die zu ergreifenden Maßnahmen festlegt. Schließlich kann das CEJHP für spezialisierte Beratung hinzugezogen werden.
6Mein hochbegabtes Kind hat schulische Schwierigkeiten – ist das normal?
Ja, einige hochbegabte Kinder können trotz ihrer Fähigkeiten schulische Schwierigkeiten haben. Dies kann auf Langeweile im Unterricht, mangelnde Motivation, begleitende Störungen (wie ADHS, Dyslexie, Dysorthographie, Dyskalkulie) oder auf sozial-emotionale Schwierigkeiten zurückzuführen sein.
7Gibt es spezielle Unterstützungsangebote für hochbegabte Kinder?
Ja, zusätzlich zu den von den Schulen ergriffenen Maßnahmen kann das CEJHP spezialisierte Diagnosen anbieten, um die Bedürfnisse des Kindes genau zu erfassen. Es bietet zudem Beratung und Anleitung für die Schülerinnen und Schüler, die Eltern sowie das pädagogische Personal. Spezifische Lernworkshops können organisiert werden, um gezielt auf die festgestellten Bedürfnisse einzugehen, während Rehabilitations- und Therapiesitzungen je nach auftretenden Schwierigkeiten angeboten werden. Schließlich können spezialisierte ambulante Interventionen (ISA) direkt im Unterricht stattfinden, in Zusammenarbeit mit dem pädagogischen Personal.
8Interveniert das CEJHP nur bei Kindern, die als hochbegabt identifiziert wurden?
Hauptsächlich ja, aber es kann auch Eltern und Fachkräfte beraten, wenn eine Hochbegabung vermutet wird oder wenn besondere Bedürfnisse vorliegen, die der Hochbegabung nahekommen.
9Wie sind die Schritte, um die Unterstützung des CEJHP in Anspruch zu nehmen?
Sie können sich an die Klassenlehrkraft oder den Klassenlehrer, an die Unterstützungsteams für Schülerinnen und Schüler mit speziellen Bildungsbedürfnissen (ESEB) oder an die Inklusionskommissionen (CI) der Schule wenden. Volljährige Schülerinnen und Schüler sowie Eltern können sich auch direkt an die Kompetenzzentren wenden, um gezielte Beratungsgespräche (entretiens de clarification) zu erhalten oder, wenn alle Beteiligten dies für sinnvoll erachten und eine gegenseitige Zustimmung vorliegt, auch eine spezialisierte Diagnostik.

FAQ für Professionnelle

1Wie kann man ein hochbegabtes Kind in der Klasse erkennen?
Ein hochbegabtes Kind kann nicht allein durch Beobachtung identifiziert werden. Nur eine Diagnose durch eine spezialisierte Fachkraft kann Hochbegabung bestätigen. Dennoch können bestimmte Merkmale Aufmerksamkeit erregen, ohne dass sie spezifisch oder systematisch für Hochbegabung sind. Dazu gehören beispielsweise eine schnelle Auffassungsgabe in Verbindung mit einem Bedürfnis nach intellektueller Stimulation, eine hohe Merkfähigkeit sowie ein oft reichhaltiger und präziser Wortschatz. Man beobachtet außerdem häufig eine große Neugier, begleitet von häufigen und tiefgehenden Fragen. Einige Schülerinnen und Schüler können Langeweile im Unterricht zeigen und/oder Schwierigkeiten haben, Anweisungen zu folgen, die sie als wenig stimulierend empfinden, während sie ein Bedürfnis nach Autonomie oder eine Vorliebe für komplexe und offene Aufgaben zeigen. Achtung: Diese Anzeichen können auch auf andere Profile hinweisen (Aufmerksamkeitsstörungen, Ängste usw.). Einige hochbegabte Kinder verbergen ihr Potenzial aus Angst, sich zu unterscheiden, oder aufgrund mangelnden Selbstvertrauens. Andere können begleitende Störungen haben (wie ADHS, Dys-Störungen oder Angststörungen), die die Erkennung von Hochbegabung erschweren. Im Zweifelsfall wird empfohlen, das pädagogische Team und gegebenenfalls die Inklusionskommission (CI) zu konsultieren, die Eltern einzubeziehen und über die CNI die Unterstützung des CEJHP anzufordern.
2Welche Maßnahmen kann ich ergreifen, um ein hochbegabtes Kind zu unterstützen?
Laut den Ressourcen des "dispositif à trois niveaux" sind verschiedene Anpassungen möglich. Dazu gehören pädagogische Differenzierung, indem komplexere oder offenere Aktivitäten angeboten werden, sowie inhaltliche Bereicherung, zum Beispiel durch Zusatzmaterial außerhalb des Lehrplans oder durch Vertiefung bestimmter Themen. Das Kind kann zudem die Möglichkeit erhalten, bestimmte Fächer in höheren Klassenstufen zu besuchen. Schließlich ist auch eine Beschleunigung des Lernwegs denkbar, zum Beispiel in Form eines Klassenübersprungs oder indem ein Zyklus in einem Jahr statt in zwei Jahren abgeschlossen wird.
3Benötigt Hochbegabung einen speziellen Förderplan?
Manchmal ja. Wenn einfache Anpassungen nicht ausreichen, wird empfohlen, einen Förderplan (PPCI) zu erstellen, der gemeinsam mit der Inklusionskommission (CI), den Eltern und gegebenenfalls dem CEJHP ausgearbeitet wird, um individuelle Ziele festzulegen.
4Kann ich Unterstützung erhalten, um das Kind zu begleiten?
Ja, verschiedene Unterstützungsangebote stehen zur Verfügung. Das Unterstützungsteam für Schülerinnen und Schüler mit speziellen Bildungsbedürfnissen (ESEB) bietet Beratung und pädagogische Begleitung an. Das CEJHP kann spezialisierte ambulante Interventionen im Unterricht (ISA) anbieten, um die pädagogische Praxis zu unterstützen, sowie Coachings und Schulungen durchführen. Schließlich trägt die Inklusionskommission (CI) dazu bei, die Maßnahmen zu koordinieren und die getroffenen Entscheidungen zu formalisieren.
5Ist eine offizielle Diagnose erforderlich, um die Unterstützung des CEJHP in Anspruch zu nehmen?
Nicht unbedingt. Bei Verdacht auf Hochbegabung kann das CEJHP ein Coaching anbieten, um erste Ansatzpunkte zu erarbeiten. Eine spezialisierte Diagnose ermöglicht jedoch, die Interventionen genau anzupassen.
6Was ist zu tun, wenn ein hochbegabtes Kind gleichzeitig schulische Schwierigkeiten hat?
Hochbegabung schützt nicht vor Lernstörungen oder emotionalen Schwierigkeiten. Ein hochbegabtes Kind kann daher Langeweile im Unterricht, Verhaltensauffälligkeiten oder begleitende Störungen wie ADHS oder Dys-Störungen zeigen. In solchen Fällen sollte eine interdisziplinäre Betreuung über die Inklusionskommission (CI) in Betracht gezogen werden, gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit dem CEJHP und anderen Kompetenzzentren, sowie eine verstärkte Anpassung des schulischen Werdegangs unter Berücksichtigung der komplexen Bedürfnisse des Kindes erfolgen.
7Gibt es Fortbildungen für Lehrkräfte zum Thema Hochbegabung?
Ja, das CEJHP bietet in Zusammenarbeit mit dem IFEN kontinuierliche Fortbildungen (laut IFEN-Katalog), Peer-Gruppen und Team-Coaching sowie Schulungen auf Anfrage einer Schule oder Region an. Es verfügt zudem über ein Dokumentationszentrum. Diese Fortbildungen ermöglichen ein besseres Verständnis der Profile hochbegabter Schülerinnen und Schüler und die Entwicklung geeigneter pädagogischer Werkzeuge.